Tage in Saigon - ein paar Tage 2015

Es  ist einfacher und wohl auch sinnvoller, zu den neuen Eindrücken eine kleine Website zu machen, statt die Bilder meinen Rund-Mails anzuhängen. Und vielleicht finden sie dann auch noch andere Interessierte und lesen sie.

Was mir auffiel:  Saigon wird immer moderner, vor allem gibt es jetzt großzügige Straßen - gebaut  für die Zukunft! Denn noch ist etwa auf dem Weg zu meiner Familie der Autoverkehr nicht so stark, dass für mich der Eindruck da ist, dass die großzügige Straße wirklich gebraucht wird. Doch ich erlebe ja auch nicht den Berufsvekehr morgens früh....



Ganz allgemein zum Verkehr: Bangkok, Kuala Lumpur, Shanghai usw. haben, mit U- und Hochbahnen angefangen und teilweise auch schon ein phantastisches Netz. Hier in Saigon ist da gar nichts - nur Busverkehr. Allerdings wird der, wenn ich an den Bus denke, der vom Zentrum zu meiner Familie geht (Nr. 93 für ca 25 Cent, mindestens 10 km), kaum angenommen. Es sieht so aus, als ob sich erst recht ein Stadtbahnnetz nicht lohnt, die Leute wollen einfach den Individualverkehr - und der läuft hier nun mal mit "Hondas", wie die "Motorbikes" auch genannt werden. Ja, auch der Bus Nr. 8 geht fast am Haus meiner Familie vorbei  - und dann in Saigon auch wieder fast an der Kliinik (s.u.), doch wir fuhren´mit der "Honda".
Hi, inzwischen wieder in Bangkok: Meine Sitznachbarin im Flieger erzählte mir, dass die in Saigon sehr wohl  eine U-Bahn bauen. Es sei auch schon ein Stück fertig, doch jetzt "Unterbrechung", angeblich hat das japansiche Konsortium zu wenig "geschmiert". Da habe ich ihr als eine "Geschichte" erzählt: Besuchen sich also zwei ehemalige Studenten der Wirtschaft (an einer deutschen Uni),  der eine hat es inzischen in seinem  Land in Afrika zu etwas gebracht, der andere in Asien. Zuerst also zu dem in Aien, er hat ein tolles Haus mit  Swimmingpool usw. Der zeigt also mit seiner Hand zum Horizont und sagt: "Na siehst du, die Autobahn dort habe ich gebaut - und das hier (er blickt umher) ist dabei  für mich abgefallen." Einige Zeit später besucht der Asiate den Afrikaner, der ebenfalls ein tolles HAus hat, ja, noch etwas luxuriöser. Da zeigt also der Schwarze zum Horizont und sagt: "Na, siehst du, die Autobahn habe ich gebaut - und das hier ist dabei für mich abgefallen!" Sagt der Asiate: "Gut, das Anwesen hier sehe ich, doch wo ist die Autobahn?" Der Afrikaner: "Na siehst du, ich war noch schlauer als du!"



Am Sonntag machten älteste Schwester und Schwager und der älteste Bruder von Trinh plus Vater in ihrem Minibus einen Ausflug zu einem wohl heiligen Berg - bzw. zum Kloster an der Flanke.



Klar, Aufstieg per neuer Seilbahn , eigentlich schade! Zu einem Kloster sollt man schon zu Fuß "pilgern", doch wir sind in Vietnam! Wenn man nicht per Honda fahren kann, dann wenigstens per Sailbahn.



Irgendwo waren Warnhinweise auf deutsch (+ Vietnamesisch + Englisch), aha, eine österreichische Firma.



Die Pagode - alles immer im Disneylandstil.



Am "Hauptaltar" ist wenigstens ein Buddha - vor dem Hakenkreuz im Strahlenkranz.



Ansonsten erinnert es eher an einen indischen Götterhimmel. Klar, Buddha war ja nur ein "Reformator" - den Götterhimmel  ließ er unangetastet. Und mit den Göttern muss man sich eben auch gut stehen!



Die einen opfern Früchte und sonst was, indem sie sie einem Mönch geben (nur Mönche dürfen dann opfern) - und der gibt sie dann anderen, auch ich bekam welche. Ach ja, hier sah ich keine Touristen.



Der Wanderheilige hat am Stab einen Schuh...



Zwei Teufel?



Das Essen war bei dem  Ausflug offensichtlich die Hauptsache:  Man bestellt Topf und Kocher und Fleisch und Reis und Gemüse - gekocht wird dann auf dem Tisch. Irgendwie ist mir das sehr sympathisch, ich meine ja, dass so die Hausfrau etwas entlastet wird! Ich versuche ja, so eine Essensmethode auch ein wenig bei uns einzuführen, wenigstens in meiner Supermarktresidenz in Frankreich, doch ich stoße zumeist auf wenig Gegenliebe. Das Essen hat bei uns eben vollständig fertig auf den Tisch zu kommen!



Auf dem Tisch bei meiner Familie: Jeder holt sich mit den Stäbchen, was er braucht. Auch von dem Fisch knabbert sich jeder etwas ab.



Die Familie hält sehr zusammen.  Ich habe den Eindruck, wenn die Kinder bzw. Schwiegertöchter nicht gerade auf Arbeit sind, helfen sie im Haushalt der (Groß-)Eltern. Hier die Schwiegertochter Ngoc, die Frau des jüngsten Sohnes Tai.



Früchte stehen immer auf dem Tisch. Manchmal kaufe auch ich welche auf einem Markt..



Die Mutter putzt Möhren.



Mit dem Vater kann ich mich halbwegs auf  Französisch unterhalten.



Die Mutter hatte ja mal Krebs. Als die westliche Medizin nicht anschlug, empfahl der Arzt die traditionelle vietnamsesiche Medizin. Das ist also die "Royal Virgin", die "königliche Jungfrau", die die Mutter seitdem als Tee nimmt (Blätter zerfasern und länger kochen, allerdings auf keinen Fall in einem  Metalltopf und mit Metalllöffel). Den "Tee" gibt es auch als Dragees. Ich werde einige Zwiebeln mit nach Deutschland nehmen - und den Anbau im Zimmer (nur dort!) versuchen. Ich hoffe doch, dass meine Freunde (denen ich schon mal solche Zwiebeln mitgebracht habe) die Pflanzen diesmal nicht der Kälte aussetzen, da sind sie nämlich eingegangen. Die Pflanze ist eben bei uns eine Wohnzimmerpflanze - und so schlecht sieht so doch gar nciht aus - und hat auch noch einen Nutzen.
Lateinischer Name:  Crinum latifolium, auch gegen Zysten und Prostataleiden. Speziell gegen Krebs ist "Clinacanthus nutans", hiervon werde ich Ableger mitbringen. Vielleicht kann man die ja bei uns (auch im Wohnzimmer) weiter vermehren?
Interessant ist, dass die Knollen bzw. Zwiebeln bzw. Ableger hier offensichtlich schwer zu bekommen sind - obwohl gerade Crinum latifolium durchaus auch in Plantagen angebaut wird.



Die frühere französische Klinik ist jetzt Naturmedizinklinik. Mit dem Vater war ich dort, um eine Medizin für meine Pläät zu finden. Wir bekamen jede Menge getrocknete Kräuter usw., aus der er Tee bzw. Sud macht, ob´s hilft? Hier werden die Kräuter nach Rezept gemixt.



Hier in der Nähe ist eine neugotische katholische Kirche - gerade mit einem Riesenweihnachtsglückwunsch.



Die heilige Familie - alles sehr amerikanisch.



Wenigstens einen Ausflug in die Umgegend wollte  ich doch machen. Also abends in die Bui Vien Straße (das "Backpackerviertel"), dort ein kleines Hotel genommen (10 €), damit ich mal einen Abend beim Bier (35 Cent) zwischen Backpackern verbringe und am Morgen auch wirklich rechtzeitig da bin - und also wieder mal eine Deltatour. Bisher waren wir mit Sinh-Tour immer gut gefahren, also auch diesmal - in der Hoffnung, dass nicht nur im Programm ist, was ich schon kenne. Und ich wurde nicht enttäuscht, alles war neu (auch die teilnehmenden Mädchen) bzw. ich konnte mich nicht mehr erinnern!
Ja, hier mal was zum Namen dieser "Stadt"  hier, ich habe darüber auch schon mit einem meiner Freunde diskutiert, der immer für die neuen Namen plädiert, egal wie sie zustande gekommen sind, also auch hier. Im deutschen lonely-planet-Führer (2007) steht  zu den Namensumbenennungen: "Manche Namen halten sich wacker, so ist Saigon nach wie vor gebräuchlicher als Ho-Chi-Minh-Stadt (Anm.: wie die Stadt nach der Eroberung bzw. Zwangsvereinigung unter kommunistischen Vorzeichen durch die Nordvietnamesen heute offiziell heißt)".  Also ich finde, da sollte besser stehen: "Der neue Name hat sich einfach nicht durchgesetzt, weil der weder der politischen Einstellung noch dem Lebensgefühl der Einwohner von Saigon entspricht". Ja, was hat Ho Chi Minh eigentlich mit dieser Stadt zu tun? Er ist weder hier geboren noch hier gestorben, noch hat er je hier residiert. Wenn schon eine Stadt auf seinen Namen umgetauft werden könnte, dann wäre das doch Hanoi, wo er residiert hat und wo auch sein Mausoleum steht. Aber Saigon?
Hier also eine entsprechende Anzeigetafel über dem Singh-Reisebüro.
Im Übrigen: Ich empfehle allen Reisenden hierher, immer nur den alten Namen zu benutzen, denn wer Ho-Chi-Minh-Stadt sagt, der outet sich damit als Kommunist - und "Kommunist" ist zumindest hier im Süden immer noch ein Schimpfwort....

Auch sonst zu "lonely planet": Die schreiben, dass Vietnam "kriegsbedingt" zu einem Reisimportland wurde. Stimmt das wirklich? Ohne dass ich unseren Führer fragte, kam er von sich aus drauf, dass es während des "Krieges mit Amerika" keinen Reismangel gab. (Während eines Krieges läuft erfahrungsgemäß dieWirtschaft doch immer auf Hochtouren! So hatte die Rüstungsproduktion ein Brünn/Böhmen im März 1945 den höchsten Output während des ganzen Krieges - und noch 5 % über dem Soll!) Erst nach der Einführung der sozialistischen Wirtschaftsordnung kam es dazu, dass Vietnam Reis importieren musste. 1986 wurde die Wirtschaft dann wieder umgestellt - und so wurde Vietnam wieder Reisexporteur. Ja, wie kommt´s, dass auch die Reispflanzen im Sozialismus einfach nicht wachsen wollen? Hierzu die berühmte Anfrage aus der Sowjetzeit an Radio Jerewan: "Was passiert, wenn die Sahara sozialistisch wird?" Antwort von Radio Jerewan: "Zehn Jahre gar nichts und dann wird der Sand knapp...".
Zu "loney-planet":  Es ist schon lästig, wenn ein Reiseführer offensichtlich ideologisch gefärbt ist.
Allerdings: Während die Krieges versprühten die U.S.A. ja Unmengen dieses Entlaubungsmittels Agent Orange, auch auf  Reisfelder, um dem Vietkong die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Inwieweit davon auch das Delta betroffen war, die "Hauptkornkammer" (Süd-)Vietnams, ist eine Frage. Jedenfalls wird der Reisanbau dort vom Mekong gespeist, der mit den verseuchten Wäldern in Mittelvietnam nichts zu tun hat.






Überall im Stadtbild der Name "Saigon". Dieses Krankenhaus kann ja von Amerikanern gesponsert sein, um den Namen Saigon wieder mal zu betonen...



...doch eine Tankstellenkette ist ganz bestimmt  zumindest halbstaatlich, auch hier "Saigon".



Und natürlich erst recht beim Bier! Mein Eindruck: Jeder, der die Möglichkeit hat, kümmert sich darum, den Namen "Saigon" lebendig zu erhalten - damit er eines Tages auch wieder der offizielle Name der Stadt wird.



Hin und wieder erinnern  Plakatwände usw., dass man sich in einem sozialistischen Land befindet, doch sehr ernst genommen werden  die offensichtlich nicht. Kein Problem, etwas anderes drüber zu hängen.



Die Fahrt mit einem AC-Bus ins Mekongdelta, dort also weiter mit einem kleinen Schiff, hier vorbei ein schwimmenden Fischfarmen. Ja, Vietnam wollte mal  dafür sorgen, dass nicht mehr die Meere befischt werden, sondern dass Vietnam die Welt mit Fischen aus Fischfahrmen beliefert. Allerdings ist das nun nicht so einfach.



Dann geht´s auch wieder mal zu Fuß weiter, hier zur Besichtigung einer Reispapiermanufaktur.Der Reis wird zusammen mit Wasser vermahlen zu einem dünnflüssigen Brei - und der wird dann auf einer Art Crepes-Platte verteilt und unter Hitze angetrocknet. Danach dann Trocknung in der Sonne. Natürlich: Die Mengenherstellung geht heute fabrikmäßig anders und woanders.



In einem kleinen Boot geht es durch enge Kanäle - an den Ufern Wasserkokospalmen - die Früchte sind allerdings völlig anders als die der Kokospalmen.
Alles war im Preis von etwa 6,50 € inbegriffen, also Busfahrt, Schifffahrt, Bootsfahrt, Pferdekarrenfahrt, Führer, Teepause, Obstverkostung, schöne Musikvorführung - und nciht zuletzt ein wunderschönes und leckeres Mittagessen (das bei uns mit Sicherheit weit mehr als das Doppelte der ganzen Tour kosten würde). Eine Bedienung stellte sich dabei zu uns an den Tisch (es waren in der Busgruppe besonders viele Koreaner und Ungarn - mit denen ich mich auf deutsch unterhalten konnte) und bereitete aus einem gegrillten Fisch und Nudeln und Salatpflanzen und Reispapier Frühlingsrollen zu, dazu dann noch Reis mit Fleisch... Also die geben sich immer noch große Mühe, ich finde, es sieht eher nach Gastfreundschaft als nach Geschäft aus!



Wunderschön die Bootsfahrt.



Wir steigen auf unser Schiff um - und dann geht´s zur Anlegestelle, wo der Bus wartet.



Und wieder in Saigon - kein Problem, mitten drin zu drehen - oder auch mal ein Stück in die Gegenrichtung zu fahren.



 Und ich manchmal mit meinem Faltrad mittendrin! Der Vorteil: Auf dem Fahrrad, egal auf welchem, ist man immer über den Köpfen der Mopedfahrer.

Saigon hat 10 Millionen Einwohner und 5 Millionen "Hondas".



Neben der Straße - tiefer gelegen - ein Abriss- bzw. Trümmergrundstück - und irgendeiner nutzt die Gelegenheit, bis zum Neubau hier die typischen Vietnamesischen Hängebauchschweine zu halten.  Sie werden offensichtlich schon gut versorgt, jedenfalls würden sie nicht so wohlgenährt sein nur von den paar Essensresten, die die Leute, die vorbeifahren, ihnen zuwerfen.



Blick aufs Trümmergrundstück.



Links unten zwei winzige Frischlinge - ja, wie bei uns die Jungen der Wildschweine mit Streifen.



Vor drei Jahren war ich schon mal hier: Da war nur ein übliches vergammeltes Ufer. Und jetzt eine fast fertige tolle Uferpromenade - wobei mir nicht klar ist, wer hier mal promenieren soll. Also das muss man dem Regime lassen, sie tun etwas, damit Saigon eine schöne moderne Stadt wird. Und damit übder die kommunistische Zeit nicht so abfällig geredet wird wie über die bei uns.



Hier noch so eine tolle moderne Brücke, "natürlich in rot", über die wir immer fahren: in die Stadt, zum Flugplatz...



Nicht ganz so wie Bangkok und Kuala Lumpur, doch eine gewisse Skyline gibt es schon.

So, das wäre "SAIGON"!

Siehe auch:  
http://ermland.lima-city.de/2015-celebes.htm

www.basisreligion.de

http://basisreligion.reliprojekt.de/reisen.htm